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Sprachhistorie

Bis ins 18. Jahrhundert wurden im Hochdeutschen bei dem Zahlwort zwei die drei grammatischen Geschlechter unterschieden.

Bei Dialekten des Schweizerdeutschen und Bairischen sind diese Unterscheidungen noch geläufig, wobei sächlich für gemischtgeschlechtliche Paare stehen kann.

Fall (Kasus) männlich weiblich neutral
Nominativ zween zwo zwei
Genitiv zwener zwoer zweier
Dativ zween zwo(e)n zweien
Akkusativ zween zwo zwei

So übersetzt Luther das Alte Testament etwa:

Und sollst Ketten zu dem Schildlein machen mit zwei Enden, aber die Glieder ineinander hangend, von feinem Golde, und zween güldene Ringe an das Schildlein, also daß du dieselben zween Ringe heftest an zwo Ecken des Schildleins und die zwo güldenen Ketten in die selben zween Ringe an den beiden Ecken des Schildleins tust. (2. Mose 28,22-24)

In späteren Zeiten herrschte - wie bei vielen anderen Wörtern auch - Inkonsequenz in der Verwendung dieser Formen, bis die Unterscheidung zwischen den Geschlechtern schließlich völlig verschwand; die Beugung von zwei unterbleibt heute bis auf den Genitiv und noch seltener den Dativ ganz, wenn die Form eindeutig ist.

Vom Genitiv zweier stammt die ebenfalls veraltete Form zwier für „zweimal“, so etwa bei Luther: Ich faste zwier in der Woche. (Lukas 18,12)

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August 06. 2017 23:15:40
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